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Erinnerung … Versöhnung … Vergebung

„Damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Ich finde es nachvollziehbar, dass die Einsicht in die Verbrechen der eigenen Vorfahren einhergeht mit dem Wunsch nach Vergebung. Aber es muss klar sein, dass es sich dabei um den Ausdruck der Bedürfnisse eines bestimmen Teils der Gesellschaft handelt. Nämlich der Täter*innen und ihrer Nachkommen. Insofern dieses spezifische Bedürfnis in der deutschen Erinnerungskultur, in Reden von Bundespräsidenten, in Interviews oder bei Publikumsgesprächen als universell behauptet wird, möchte ich von einem Versöhnungstheater sprechen. Die Pointe des deutschen Versöhnungstheaters liegt in der Identifikation von Erinnerung und Versöhnung.“

Auszüge aus einem lesenswerten Essay von Max Czollek für die
>>> Bundeszentrale für politische Bildung. S. auch 

 

Widerstand aus falschen Gründen

„Es gehört zu den tragischen Befunden des Aufwachsens, nicht nur in Deutschland, zu verstehen, dass Menschen auch aus den falschen Gründen Widerstand leisten können. Stauffenberg hat Widerstand geleistet, nicht wegen der Konzentrationslager und auch nicht wegen der Vernichtungspolitik in Osteuropa, sondern schlicht und ergreifend, weil er gesehen hat, dass Deutschland den Krieg verliert. Das – würde ich sagen – ist ein Widerstand aus falschen Gründen. Man tut das Richtige, hat aber die falsche Motivation.“
Eine zugespitzte, für manch einen sicherlich auch eine provokante These, aber die Argumentation von Max Czollek im >>> Bayerischen Rundfunk ist völlig plausibel.