Schlagwort-Archiv: Erinnerungskultur

Was glauben die Deutschen über die NS-Zeit zu wissen?

„Viele Deutsche hielten sich zwar für gut über den Nationalsozialismus aufgeklärt, hätten aber tatsächlich Wissenslücken bezüglich der Opfergruppen, dem Ausmaß der Täterschaft in der deutschen Gesellschaft der NS-Zeit und in ihrem Bewusstsein für die Kontinuitäten zu aktuellen menschenfeindlichen Taten und Einstellungen.“ … dies ist die >>> Kurzzusammenfassung des „Multidimensionale Erinnerungsmonitor“ (MEMO), der die deutsche Erinnerungskultur in Bezug auf die Zeit des Nationalsozialismus erforscht. Zur Studie im Detail hier bei der >>> Stiftung Erinnerung, Verantwortung Zukunftund hier das Interview mit dem Sozialpsychologen Andreas Zick im >>> neuen deutschland vom 11. Mai 2021

Zukunft der „kleinen“ Gedenkstätten

Die Erinnerungskultur steht vor schwierigen Zeiten, weil die Zeitzeugen sterben. Das ist kein neues Thema, aber weithin unbeachtet ist auch die Zukunft der „kleinen“ Gedenkstätten, deren Namen (… im Gegensatz zu Auschwitz, Buchenwald, Bergen-Belsen, Dachau, Neuengamme, Ravensbrück, Sachsenhausen) kaum jemand kennt. Darüber ein bedenkenswerter Artikel in der >>> FAZ vom 13.03.2021

Do., 18. März: Zukunft der Erinnerungskultur

Die Bundestagsfraktion der Grünen veranstaltet am Donnerstag, 18. März, von 14.30 bis 16 Uhr ein Online-Fachgespräch zum Thema „Ohne Zeitzeug*innen: Wie kann Jugend künftig erinnern? – Mit Fakten Verschwörungsnarrative aufdecken“. Die Dachauer Bundestagsabgeordnete Beate-Walter-Rosenheimer, die Sprecherin für Jugendpolitik ist, und Erhard Grundl, Sprecher für Kulturpolitik, wollen  mit Experten ausloten, wie Erinnerungskultur auch in Zukunft funktionieren kann. Diskussionsteilnehnmer/innen sind u.a.:  Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Gabriele Hammermann, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Wenn Zeitzeugen in Zukunft fehlen, bedürfe es in Zeiten, in denen von Populisten und Verschwörungserzähler immer lauter würden, einer neuen Ausrichtung, so Beate Walter-Rosenheimer und Erhard Grundl. (zitiert nach Süddeutsche Zeitung)

Nähere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte unter:

https://www.gruene-bundestag.de/termine/ohne-zeitzeuginnen-wie-kann-jugend-kuenftig-erinnern.

Sehr interessant: Zentrum für Erinnerungskultur

Aus einer Meldung von Deutschlandfunk Kultur: „Die Universität Regensburg hat ein neuartiges Zentrum für Erinnerungskultur gegründet. Es basiert auf der Intensivierung der langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit der Hochschule mit der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und soll Anfang 2021 seine Arbeit aufnehmen, wie die Uni mitteilte.“ Hier zur >>>ganzen Meldung und hier ausführlich im >>> blizz Regensburg

Synagoge ohne Davidstern … ?

„Nach einer aufwendigen Sanierung wird die zu einem Kulturforum umgebaute Synagoge von Görlitz wiedereröffnet – allerdings ohne Davidstern auf dem Dach. Aber  gehört er da nicht hin? Darüber ist in der Stadt ein Streit entbrannt.“ Über eine Diskussion, die zeigt, wie schwer es in Deutschland immer noch ist,  „angemessene“ Formen von Erinnerungskultur zu entwickeln, berichtet die >>> Berliner Zeitung am 25.9.2020

Neue Form der Erinnerungskultur dringend nötig

Jens-Christian Wagner, der scheidende Leiter der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen, plädiert für „neue Formen der Erinnerungskultur“. „Wer aus der Geschichte lernen wolle, solle zudem nicht nur um die Opfer trauern … Gedenkstätten sollten sich viel stärker als bisher mit der Motivation der Täter, Mittäter und Profiteure der NS-Verbrechen auseinandersetzen.“ Ein bemerkenswerter Denkanstoß!! Mehr dazu auf >>> evangelisch.de