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Gedenkfeier für sowjetische Kriegsgefangene

Nach dem staatlichen Gedenken im ehemaligen KZ Bergen-Belsen fand auf dem benachbarten Friedhof für sowjetische Kriegsgefangene Belsen-Hörsten das Gedenken der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA) und des DGB statt.

Im kleinen Rahmen, mit Abstand und Mundschutz wurden Gestecke niedergelegt, antifaschistische Lieder zu Querflöte und Gitarre gesummt und nur kurze Worte gesprochen. Es fehlte ein Kranz der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten.

Die Organisierenden Mechthild Hartung (VVN/BdA) und Charly Braun (DGB) wiesen auf die etwa 67.000 sowjetische Soldaten hin, die in den Lagern des Truppenübungsplatz ihr Leben verloren. Davon starben in Oerbke 31.000, 20.000 in Belsen-Hörsten und über 16.000 in Wietzendorf. In diesen drei Lagern gab es keine Baracken. Die Gefangenen gruben sich Erdlöcher und waren Hunger, Seuchen und den Unbilden des Wetters ausgesetzt. Bereits nach wenigen Monaten waren die meisten gestorben. Für den Nazi-Rassismus galten Russen und sogenannte „Ost-Völker“ als Untermenschen.

In den Jahren des Kalten Krieges gerieten diese Nazi-Opfer nahezu in Vergessenheit. Inzwischen haben viele Jugendliche die Namen der Ermordeten in Tontafeln gebrannt, die auf den Kriegsgefangenen-Friedhöfen ausgestellt sind.