Herzlichen Glückwunsch, Mikis Theodorakis

Ein nachträglicher Glückwunsch: Ende Juni wurde Mikis Theodorakis, der weltberühmte griechische Dichter und Komponist, 95 Jahre alt. Aus diesem Anlass hier Auszüge aus dem Newsletter der Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten im Wortlaut:Theodorakis gilt als der bekannteste griechische Komponist des 20. Jahrhunderts. Unvergessen sind seine Kompositionen zu den Filmen „Alexis Sorbas“ und „Z“ sowie die großartige Vertonung des „Canto General“ nach Versen von Pablo Neruda. Zu seinen über 1000 Kompositionen gehören Symphonien und eine Vielzahl von Volksliedern.  …
Als kommunistischer Kämpfer wurde Theodorakis im Juli 1947 während des Bürgerkriegs erneut verhaftet und mehrfach verbannt, im Dezember 1948 auf die Lager-Insel Makronisos. …
1960 kehrte er nach Athen zurück, wo er als Komponist und Politiker wirkte. So gründete er 1963 als Reaktion auf die Ermordung eines linken Abgeordneten die Lambrakis-Jugend. Ein Jahr später veröffentlichte er mit der Sängerin Maria Farantouri den Mauthausen-Liederzyklus, eine Hommage an die ehemaligen KZ-Häftlinge. …

Mit dem Putsch der faschistischen Obristen 1967 musste Theodorakis erneut in den Untergrund gehen. Als Mitbegründer der Patriotischen Front PAM rief er zum Widerstand auf. Die Putschisten verboten seine Musik, sogar das Singen und Hören seiner Lieder wurden mit Gefängnisstrafe geahndet. Ende August 1967 wurde er verhaftet, gefoltert und später – trotz schwerer Krankheit – ins KZ Oropos verschleppt. Erst einer internationalen Solidaritätsbewegung gelang 1970 seine Freilassung. Theodorakis ging erneut ins Exil nach Frankreich. International wurde er zum Symbol des ungebrochenen Widerstands gegen die griechische Diktatur.  ….
Als parteiloser Linker wurde er nach dem Ende der Obristen-Herrschaft mehrfach ins griechische Parlament gewählt, … Seit er sich von der Tagespolitik zurückgezogen hat, äußert sich Theodorakis mit teilweise sehr deutlichen öffentlichen Erklärungen zu aktuellen Fragen, vor allem, wenn in seinen Augen das antifaschistische Vermächtnis und der Friede in Gefahr sind.

Im Juni 2013 veröffentlichte er einen flammenden Appell gegen einen Holocaustleugner, einen Abgeordneten der Partei „Goldene Morgenröte“. Ein solcher Auftritt eines Abgeordneten, diskreditiere das Land in den Augen der Weltöffentlichkeit, „wenn man in Betracht zieht, dass unser Volk eines derjenigen ist, denen die grausame Hitlerbarbarei die schwersten Opfer abverlangte. … Erstens, weil sie unser Land total zerstört und Tausende Griechen getötet haben, und zweitens, weil unter den sechs Millionen Juden, die ermordet wurden, 70.000 jüdische Landsleute aus Thessaloniki waren. …
Die FIR wünscht Mikis Theodorakis Gesundheit und viel Kraft für seine weiteren Lebensjahre.

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Nachtrag der Redaktion: Mehr Informationen zum Mauthausen-Liederzyklus hier >>> auf wikipedia